Was ist die Ursache?

Die Dermatophytose ist eine Infektion der Haut mit einem Pilz (z.B. Microsporum canis, Trichophyton mentagrophytes, Microsporum gypseum) und ist ansteckend auf andere Tiere und den Menschen.

Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Die Dermatophytose kann sehr verschieden aussehen. Am häufigsten sieht man junge Katzen mit haarlosen Stellen am Kopf oder an den Gliedmassen. Es können aber auch mehrere Hautstellen mit Krusten und Schuppen auftreten, die manchmal juckend sind, manchmal aber auch nicht. Immungeschwächte Tiere können Haarausfall am ganzen Körper zeigen. Dabei sieht man oft viele Schuppen, Krusten und Juckreiz. In einem Bestand mit mehreren Katzen müssen nicht alle Tiere Symptome zeigen, auch wenn sie dennoch Träger des Pilzes sind. Die befallenen Tiere können verschieden ausgeprägte Symptome haben, obwohl sie alle an der gleichen Krankheit leiden.

Dermatophytose Nasenruecken Alopezie und Hyperpigmentation 2Katze mit einer haarlosen Stelle auf der Nase.

 

Dermatophytose Hinterbeine Alopezie Strass 1Haarlose Stellen an den Hinterbeinen einer Katze mit Dermatophytose.

 

Wie kann die Diagnose gestellt werden?

Es gibt verschiedene Techniken, um die Haut auf eine Pilzinfektion zu untersuchen.

  • Wood-Lampe: Die Katze wird unter einer speziellen fluoreszierenden Lampe in einem dunklen Raum angeschaut. Bei einigen Katzen beginnen die betroffenen Haare farbig zu leuchten.

Dermatophytose fluoreszierende Haare KopfUntersuchung mit der Wood-Lampe: mit Pilzen befallene Haare leuchten grün.

 
  • Direkte mikroskopische Untersuchung des Haares

Dermatophytose PilzsporenMikroskopisches Bild eines Haares. Die kleinen, am Haarschaft anhaftenden Kügelchen sind Pilzsporen.

 
  • Pilzkultur: Diese sollte zur definitiven Bestätigung der Diagnose und zur genauen Identifizierung des Pilzes auf jeden Fall durchgeführt werden. Es kann 2-4 Wochen dauern, bis das Resultat vorliegt.

DermatophytoseMikroskopisches Bild einer Dermatophytose nach einer Pilzkultur.

 
  • Hautbiopsien

Können sich andere Tiere und der Mensch auch anstecken?

Eine Dermatophytose ist ansteckend auf Katzen, Hunde und Menschen. Übertragen wird die Krankheit durch Sporen oder infizierte Haare. Es sind vor allem Jungtiere und kranke Tiere empfänglich für Hautpilze. Beim Menschen ist es ebenfalls so, dass Kinder und immunsupprimierte Personen besonders gefährdet sind für eine Ansteckung. Es ist deshalb wichtig, nach jedem Kontakt mit der erkrankten Katze die Hände zu waschen. Falls sich Personen anstecken, sollten sie den Hausarzt oder einen Dermatologen aufsuchen.

Wie kann die Dermatophytose behandelt werden?

Es ist wichtig, dass alle betroffenen Tiere im Haushalt mit oralen Medikamenten behandelt werden und auch regelmässig mit einer pilzabtötenden Lösung gewaschen werden. Vor allem bei Katzen mit langem Fell ist es sinnvoll, die Katze zu scheren, damit die lokale Behandlung vereinfacht wird und effektiver ist.
Tiere im gleichen Haushalt, die keine Symptome zeigen, aber bei denen die Pilzkultur trotzdem positiv ist, müssen genauso wie die erkrankten Tiere behandelt werden.
Symptomlose Tiere mit negativer Pilzkultur sollten am besten von den anderen Tieren isoliert gehalten werden. Wenn dies nicht möglich ist, müssen sie ebenfalls behandelt werden.
Neben der Behandlung der Tiere ist auch die Behandlung der Umgebung äusserst wichtig, da die Sporen hier bis zu 18 Monaten überleben können und in dieser Zeit auch infektiös bleiben.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Therapie (Tiere und Umgebung) dauert mindestens 6 Wochen bis mehrere Monate, je nachdem, wie viele Tiere befallen sind und wie stark die Umgebung mit Pilzsporen befallen ist. Wichtig ist, dass die Therapie nicht zu früh beendet wird. Auch bei klinisch abgeheilten Tieren können mit einer Pilzkultur häufig noch Pilze nachgewiesen werden. Deswegen wird die Behandlung nur beendet, wenn mindestens eine wiederholte Pilzkultur negativ ist.
Bei Mehrkatzenhaushalten mit länger bestehenden Pilzproblemen empfehlen wir die Kontroll-Pilzkultur mindestens 2-3 x im Abstand von 2-4 Wochen zu wiederholen. Nur wenn diese Kontrolluntersuchungen negativ sind, kann die Behandlung gestoppt werden.
Bei Katzenzuchten sollte bis mindestens 6 Monate nach einer erfolgreich abgeschlossenen Behandlung nicht gezüchtet werden und kein Kontakt mit anderen Katzen stattfinden.