Was ist die Ursache?

Die Sarkoptes-Räude ist eine stark juckende Hauterkrankung, die durch Milben (Sarcoptes scabiei var. canis) hervorgerufen wird. Sie ist hochansteckend auf andere Hunde. Die Sarkoptesmilbe ist mikroskopisch klein, oval und hat kurze Beine. Sie lebt in der obersten verhornten Hautschicht, wo sie sich Tunnel gräbt, in denen sie Eier und Kot ablegt. Sie ist ein obligater Parasit, d.h. sie ist in der Umwelt nur kurz überlebensfähig.

Mikroskopisches Bild einer Sarkoptesmilbe in einem HautgeschabselMikroskopisches Bild einer Sarkoptesmilbe in einem Hautgeschabsel.

 

Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Die ersten Symptome zeigen sich 2-8 Wochen nach Infektion. Im Vordergrund steht ein hochgradiger Juckreiz, der in den ersten 21 Tagen der Krankheit stetig zunimmt. Es wird vermutet, dass der Hund so starke Symptome zeigt, weil er allergisch auf die Milben reagiert, und nicht weil viele Milben auf dem Körper des Hundes sind.

Starker Juckreiz bei einem Afghanen mit SarkoptesinfektionStarker Juckreiz bei einem Afghanen mit Sarkoptesinfektion.

 

Es zeigen sich rote Papeln vor allem am Bauch und an den Aussenseiten der Ellenbogen, aber auch an Brust, am Kopf und an den Hinterbeinen. Zusätzlich wird die Haut rot und durch das dauernde Kratzen des Hundes fallen die Haare aus. Typisch für die Erkrankung sind Schuppen und honigfarbene Krusten an den Ohrrändern und aussen am Ellenbogen. Später kann der ganze Körper betroffen sein.
Durch die Irritation der Haut und das Kratzen des Hundes können sekundäre bakterielle Infektionen auftreten, die die Symptome verschlimmern.

Haarausfall und Rötung an den HinterbeinenHaarausfall und Rötung an den Hinterbeinen.

 

Haarausfall und Krusten am OhrrandHaarausfall und Krusten am Ohrrand.

 

Wie kann die Diagnose gestellt werden?

Die definitive Diagnose wird über grossflächige Hautgeschabsel und eine mikroskopische Untersuchung gestellt. Mit dieser Methode findet man aber nur ca. bei 3 von 10 Hunden auch wirklich die Milben. Bei den restlichen Hunden ist es nötig, Blut zu nehmen, um darin Antikörper gegen Sarkoptesmilben zu bestimmen. Diese Untersuchung ist aber erst ab 4 Wochen nach Auftreten der ersten Symptome möglich.

Sarkopteseier in einem HautgeschabselSarkopteseier in einem Hautgeschabsel.

 

Sarkoptesmilben in einer HautbiopsieSarkoptesmilben in einer Hautbiopsie.

 

Wie kann die Sarkoptes-Räude behandelt werden?

Die Therapie der Sarkoptes-Räude besteht aus drei Punkten:

  1. Zuerst müssen die Milben auf dem Hund selbst abgetötet werden. Dies geschieht meistens mittels eines Medikaments, das als spot-on wiederholt auf die Haut des Hundes aufgetragen wird.
  2. Falls der Hund an sekundären Infektionen der Haut leidet, müssen diese auch mit Antibiotika, Shampoos oder entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden.
  3. Wenn der Hund in einem Haushalt mit mehreren Hund lebt, sollten alle Hunden mitbehandelt werden, da die Sarkoptes-Räude sehr ansteckend ist. Zusätzlich sollte die Umgebung gut gereinigt und mit einem Pestizid behandelt werden.

Können sich andere Tiere und der Mensch auch anstecken?

Am empfänglichsten für die Sarkoptes-Milben sind die Hunde. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Hund ansteckt, der mit einem infizierten Hund Kontakt hat, ist sehr gross.
Füchse und sehr selten Katzen und der Mensch können sich ebenfalls infizieren. Wenn Menschen Kontakt zu den Milben haben, können sie innerhalb von 24 Stunden stark juckende Papeln an Armen und am Oberkörper entwickeln. Nach Behandlung des Hundes oder wenn der Mensch keinen Kontakt zum befallenen Hund mehr hat, verschwinden die Symptome von selbst. Wenn nicht, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen Dermatologen wenden.